Ferienhof SchilfMeer - Der kleine Ferienhof an der Darßer Boddenkette

Ein Wirtschaftshof geht durch die Zeit ohne sein Gesicht zu verlieren

Zwischen 1910-20: Brände, die bei brandempfindlichen reetgedeckten Häusern damals oft vorkamen, sorgten dafür, dass die durch das Feuer stark beschädigten Fischerkaten abgerissen werden mussten. Die immer rasanter anwachsende Bevölkerung machte es notwendig mehr Viehbetriebe entstehen zu lassen und so wurde auf den freien Grundstücken der doppelseitige Wirtschaftshof erbaut.

Auf dem gesamten landwirtschaftlichen Betrieb wurden Kühe, Schweine und Hühner gehalten. Bis Anfang der 1970ziger Jahre war der Hof, wie fast alle privaten landwirtschaftlichen Betriebe der ehemaligen DDR letztendlich gezwungen gewesen der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) beizutreten. Es herrschte reger Betrieb, zu Spitzenzeiten wurden mit dem spiegelgleichen Nachbarhof an die hundert Kühe, Schweine und Hühner gehalten und der Betrieb war ein guter Arbeitgeber in Körkwitz. Auch umliegende Betriebskantinen wurden mit dem Fleisch versorgt. Aber die vielen kleinen Viehbetriebe waren ein großer Kostenfaktor und nach dem Zusammenschluss der LPG Körkwitz mit Klockenhagen, wurden die Kühe in größere, rentablere Hofanlagen nach Klockenhagen abgezogen. Nun wurden auf dem Wirtschaftshof nur noch Schweine und Hühner gehalten und Landwirtschaft für den privaten Gebrauch betrieben. Beide Höfe würden bald darauf voneinander getrennt. Seit 1989 wird kein Nutzvieh mehr gehalten und die Landwirtschaft wurde eingestellt.

2012 haben wir diesen Wirtschaftshof das erste mal gesehen und uns sofort darin verliebt. Von Anfang an sahen wir hier einen kleinen Ferienhof und erwarben den ehemaligen Wirtschaftshof. Die ersten aufwendigen Umbauarbeiten erfolgten zeitnah im Wohnhaus und schon im Sommer 2013 konnten die ersten Gäste in den Ferienwohnungen "Alter Speicher" und "Seepferdchen" ihren Urlaub verbringen. Die Gebäude sind Fachwerkbauten mit Sockeln aus Feldstein, was uns manchmal die Arbeiten nicht gerade erleichterte. Es folgten die Ausbauarbeiten im Stall, in der Scheune, der Umbau der Ferienwohnung "Heuboden" und die Trockenlegung der Feldsteinsockel an allen Gebäuden. Ebenso wurde der Mauerziegel gesandstrahlt und neu verfugt. 2018 werden mit den Fassadenarbeiten am Haupthaus und dem Bau der Sauna die Arbeiten weitesgehend abgeschlossen sein. Die Arbeiten erfolgten meist in Eigenarbeit und neben unserer eigentlichen Berufstätigkeit.

 


Wir danken den ehemaligen Besitzern für die zur Verfügung gestellten Bilder. Die Eltern der Oma haben den Hof um 1950 erworben. Die Oma war damals 16 Jahre alt. Zwei Generationen wurden in diesem Haus geboren und wuchsen mit dem Betrieb auf. Heutzutage sind Mehrgenerationenhaushalte eher selten und der Hof wurde für nur zwei Personen einfach zu groß, man machte sich den Verkauf nicht leicht. Von Anfang an wurde jede Sanierungsmaßnahme und jeder Baufortschritt von der Familie interessiert verfolgt und heute freuen sie sich, dass durch unsere Arbeiten der Hof vom Verfall gerettet wurde.